Freitag, 6. Juni 2008

Naturwanderer mit "Schule auf Achse" unterwegs

Es war wieder mal soweit, die "Schule auf Achse" hatte eine Projektwoche, eine Klasse entschied sich für den Teich. Man lud mich dazu ein, diesen Part zu übernehmen, was ich soo gerne tue. Nicht weit vom Ort hat der Angelverein seine Forellenteiche angelegt, dorthin gingen wir. Ich hatte mir wieder allerhand überlegt. 24 Schüler voller Tatendrang, ein Lehrer und zwei Eltern als Begleitung, machten sich auf den Weg. Dort angekommen, teilte ich die Schüler in 5 Gruppen ein. Sie erhielten einen kleinen Taschenbegleiter mit Fotos von Tieren und Pflanzen im Feuchtgebiet.
Ihre Aufgabe bestand nun darin, von mir angegebene Pflanzen zu suchen, so ca. 8 Pflanzen.

Bei den Jungen ging es gleich zur Sache, sie waren gut ausgerüstet mit Eimern, Käschern,
Lupengläsern und stürmten sofort ins Grün.

Die Mädchen entwickelten erst einen Plan, schauten sich zunächst die Fotos an und dann ging es los.

Man sollte Wasserlinsen finden, hier wird gerade geprüft, ob denn überhaupt was im Netz drin ist, ob der Fang erfolgreich war, er war.

"So, was ist als nächstes dran?? Beratschlagen die Profis." He, nimm mal die Hände aus der Tasche und such auch mit", ja, alle mußten mit arbeiten, schließlich gab es ja kleine "süße" Preise.
Bei den Mädchen lief alles wie geschmiert, sie haben die Rollen gut verteilt . Ihre gefundenen Pflanzen legten sie auf nummerierte Tücher , damit es keine Verwechslungen gab.

Diese zwei nahmen das Blatt mit den Aufgaben genau unter die Lupe.

Ich stellte fest, sie haben alle wunderbar Hand in Hand gearbeitet. Alle waren sehr gut im Finden und Erledigen der gestellten Aufgaben, es gab nur Sieger.
Danach durfte jeder auf eigene Faust auf die Suche gehen, 20 Min. Zeit gab ich ihnen, dann trafen wir uns alle an einem Steintisch, um die Schätze zusammen zu bestaunen.

Der absolute Höhepunkt war der Fund eines Amerikanischen Flusskrebses/Orconectes limosus.

Ein Schüler ist Angler, er ist öfter zusammen mit seinem Nachbarn an diesen Teichen und erzählte auf dem Weg dorthin schon von den Krebsen, ich war allerdings skeptisch. Umso überraschter waren wir alle, als er ganz mutig, gut ausgerüstet mit Handschuh, uns dieses Tier zeigte. Entsetzen zunächst bei den Mädchen, dann mutiges, vorsichtiges Anfassen, ganz zum Schluß richtige Sympathie für das ca. 12 cm große Tier. Alle wollten nun die Stelle sehen, nach kurzer Zeit kam ein mutiger Trupp zurück mit 12 kleineren Krebsen im Eimer. Für alle Anwesenden eine einmalige Begegnung, auch für die Großen :-))
Andere gefundene Dinge wurden aber ebenso neugierig betrachtet:

Frau Müller, was ist das??? Wie heißt das??? Ich war vollauf beschäftigt, den begeisterten Schülern Antworten zu geben. Was gab es da nicht alles, Rückenschwimmer, Kaulquappen, Wasserläufer, Schnecken, Würmer, Maulwurfsgrillen, Spinnen und und und....
Ein besonders schöner Fund war diese Raupe, ich machte eine Makroaufnahme davon und lies dann das kleine Wunder der Schöpfung betrachten. Alle waren von den vielen Farben der Raupe sehr angetan.



Ein Mädchen war so flott im Zeichnen, sie hatte innerhalb von ein paar Minuten eine wunderschöne Azurjungpfer-Libelle gezeichnet. Ich war begeistert.
Ein Schüler hatte noch Geburtstag, wir sangen ihm ein Lied, gut dass ich noch für jeden ein Toffifee hatte, so als kleines Gegurtstagsleckerli.
Schweren Herzens trennten wir uns von dem schönen Gelände, viel hätten wir noch gerne gemacht, aber die Schule war rum, wir mußten zurück. Diese noch nicht ganz aufgeblühte Wilde Möhre, konnten wir alle noch bewunderten.




Nächste Woche wieder?? Fragte ich, alle riefen jaaaaa...
Selbstverständlich haben wir alle Tiere, nach ausgiebiger Betrachtung, wieder in ihre angestammten Reviere entlassen.

Kommentare:

Wurzerl hat gesagt…

Ok, ich oute mich mal als Edith-Fan!!
Schule habe ich immer gehaßt, aber bei Dir würde ich doch glatt mal gerne nachsitzen.
Lieber Gruß zum Wochenende
vom Wurzerl

Bek hat gesagt…

Auch mir wuerde diese Art von Unterricht Spass machen. Biologie hat mich in der Schule auch nie interessiert. So aendert man sich. Dieser Flusskrebs ist wirklich sehr interessant. Oft erstaunlich, wieviel mehr manche Kinder wissen:)
LG, Bek

Barbara hat gesagt…

Einfach toll, was heute alles in der Schule geboten wird. Ich wäre sehr gerne nochmals Schülerin. Auch unsere Kinder hatten das Glück hier im Dorf eine wunderbare Lehrerein mit viel Gespür und Liebe zur Natur zu haben.
Liebe Grüsse, Barbara

Naturwanderer hat gesagt…

Hi, laßt euch nicht täuschen, es gibt nicht nur Toffifee, nein nein, da wird auch so manches gefordert. Aber genau das spornt die Kinder an. Sie erkundigen die Biologie am liebsten mit einem Spiel, man muß es nur geschickt einbauen.
Lieber Gruß
von Edith

NaturEllas Schatzkiste hat gesagt…

Tolle Sache.
Ich habe den Eindruck, dass Du noch mehr Freude daran hattest als die Kinder.
Das die Mädchen planmäßiger vorgingen als die Jungen wundert mich nicht.
Bei denen kommts planmäßige Vorgehen etwas später.

LG
Ella

Astrantia im Garten hat gesagt…

Edith, ich bin immer wieder über die Artenvielfalt in eurer Gegend überrascht. Wie schön, dass du sie den Kindern näher bringst. Bestimmt bleibt dieser schöne Tag bei den Jungs und Mädels in bester Erinnerung und du hast somit einen guten Beitrag für die Umwelt geleistet
Liebe Grüße Astrantia

Ute hat gesagt…

Liebe Edith,
so macht Schule wahrscheinlich am meisten Spaß. Wenn man selbst etwas tun und erleben kann. Und wie schön, wenn es Menschen gibt, die ihre Begeisterung für die Natur den Kindern auch ansteckend vermitteln können.
LG von Ute