Dienstag, 19. Mai 2009

Heute mal wieder "Schule auf Achse"

(Bild anklicken)
Diese Klasse, 1b der örtlichen Schule, hatte sich noch kurz vor den Pfingstferien überlegt, die Biostunde nach draussen zu verlegen.

19 Jungen und Mädchen waren gut gelaunt und hochmotiviert, um 8.30 h mit mir zum Forellenwinkel zu wandern. Dort ist immer was los, überall sind Sachen zu entdecken.


Ihre Aufgabe bestand darin, in 15 Min. für sie interessante Dinge zu suchen und mitzubringen. Ausgerüstet mit Lupendosen, immer zwei Kinder eine Dose, überlegten sie, in welche Richtung man anfangen sollte.

Eine Libelle beobachtete aus sicherer Entfernung auf einem Schilfblatt den plötzlichen Umtrieb am See. Sie ließ sich aber bei ihrem morgendlichen Sonnenbad garnicht stören, nur ich habe sie entdeckt.

Die ersten sind schon fündig geworden.


" He, Wasserläufer," hörte man. " Wo, hier, kommt schnell". "Man, die kriegen wir doch sowieso nicht, komm, wir suchen weiter."

"Pooh, wir haben Kaulquappen, jede Menge, schaut mal". Alle kamen angerannt, dann begann die Angelei nach den kleinen Quappen, die nicht sooo einfach zu fangen waren.

Die Jungen hatten eine eigene Stelle gefunden, in dem es von Kaulquappen wimmelte.

Als die Zeit vorbei war, traf man sich in der Sonne am Steintisch, um allen seine Schätze zu zeigen.


Helle Aufregung, " Wieviel habt ihr gefangen??" Nachdem alle Quappen begutachtet waren, kam die große "wieder ins Wassergleiten Aktion". Das muß sein, jedesmal eine schmerzliche Prozedur, weil alle gerne die kleinen Kaulquappen mitnehmen möchten. Aber wenn ich ihnen erkläre, dass sie in diesem Bereich leben müssen, hier alle Freunde haben, genügend Wasser, genügend Futter, dann sind die Kinder zufrieden und machen es gerne.
Sie verabschieden sich noch mit "Tschüß, mach's gut" und alles ist wieder o.k. Ich machte ihnen den Vorschlag, in ca.12 - 14 Tagen mal vorbei zu schauen, um festzustellen, ob aus den Kaulquappen schon richtige kleine Frösche geworden sind.

Ein Suchteam hatte eine wunderbare, dicke Raupe gefunden, die bei allen große Bewunderung auslöste. Leider hatte ich mein Buch nicht dabei und konnte nicht sagen, was aus der Raupe wird.

Was so am Wasserrand wächst, haben wir dann noch gemeinsam besprochen, diese hübsche Wasserlilie z.B.Oder diese Kuckucks - Lichtnelke, die immer so verfleddert aussieht.

Für den Rückweg hatten sich die Jungen etwas besonderes ausgedacht, sie haben sich "angeleint".
Die beiden Reporterinnen machten noch kurze Bestandsaufnahme.

Besorgte Blicke von einer Mitschülerin, eine kurze Ermunterung: "kommt endlich, wir warten auf euch" und weiter ging es Richtung Schule.


Dort sollten alle gefundenen Stücke in einer kleinen Ausstellung gezeigt werden.
Der Knüller war, ein 1.60 langer Grashalm, den einer der Schüler fand. Ich hatte es als kleine Aufgabe gestellt: Wer findet den längsten Grashalm? Eifrig wurde gesucht, somit vermeidet man die ständige Fragerei: Wann sind wir da???? Natürlich gab es auch für alle eine Belohnung, das muß sein.
Gespannt bin ich, ob tatsächlich jemand hinwandert, um das Wachstum der Frösche zu beobachten, ich frage nach.

Kommentare:

Frau G hat gesagt…

Toll, so bringt Schulunterricht mit Sicherheit Spaß.
Hier bei uns gibt es Waldkindergärten. Wenn es nicht gerade in Strömen regnet, sind die den ganzen Vormittag draußen.
LG von Gaby

Akaleia hat gesagt…

Das ist doch wenigstens mal was Sinnvolles zur Unterrichtsergänzung, oder?
Das hast Du so chön wiedergegeben!
LG
Birgit

Aiko macht sich Gedanken hat gesagt…

Hallo liebe Edith - wie schön, dass es für die Kinder keine Langeweile dabei gab. Die Idee mit dem Grashalm finde ich genial -überhaupt so eine Klasse ist bestimmt geprägt für die nächsten Jahre, denn Kinder können sich Natur mit einer solchen "Lehrkraft" kaum besser wünschen. Tolle Sache und ein wunderschöner Post.
Wuff und LG
Aiko

Charly hat gesagt…

Wuff!
Bei uns im Verein war ja auch mal eine Schulklasse.
Das Libellenfoto erinnert mich an Aikos heutigen Eintrag - habt ihr euch abgesprochen??
Bei unserem Teich im Garten wächst auch eine Wasserlilie.
Schönen Sonntag
Charly

Barbara hat gesagt…

Schade eigentlich, dass wir damals in der Schule keinen "outdoor-Unterricht" hatten. Wahrscheinlich hat sich der Lehrer gedacht, die Dorfkinder (die wir ja waren) sind sowieso ständig draussen ;-) !! Ganz geschickt wie du die Kinder zum genauen Hinschauen und Beobachten "erziehst". Das wird sie der Natur gegenüber sensibler machen, denke ich.
Liebe Grüsse, Barbara