Freitag, 22. Mai 2009

Heute im Weinberg

Heute war ich nach längerer Zeit mal wieder im Weinberg, um dort eine seltsame Arbeit zu verrichten, Reben blenden. Da fragt sich so mancher, was ist denn das??? Als ich es zum ersten Mal hörte, habe ich sicherlich ganz komisch geguckt.
Die jungen Reben, sie wurden im letzten Jahr gesetzt, müssen nun in Form gebracht werden. Das heißt, man entfernt unten am Stamm, alle Austriebe und beläßt nur drei oder vier starke Triebe.
Ich versuch's am Foto zu zeigen, es gibt ein vorher und ein nachher Foto:

Hier sieht man im unteren Bereich der zarten Rebe alles voller Triebe mit Laub. Das wird alles entfernt und sieht danach so aus:

So muß sie aussehen, kerzengerade und gut fixiert, nun kann sie dem Sommer entgegen sehen. Erst im nächsten Jahr wird sie ihre erste große Ernte bringen. Bis dahin werden wir sie noch oftmal in die Hände nehmen müssen, anbinden wenn sie wächst, ausgeizen was unerwünscht.

Balou war selbstverständlich auch dabei, läßt alle Wauzi's grüßen, er paßt super auf uns alle auf. Heute waren wir nur drei Personen, die hatte er immer voll im Blick.

Während wir unten schafften, flogen über uns hunderte von Distelfalter, alle in die gleiche Richtung. Der berühmte Distelfalterzug, über ihn wurde ja schon mehrmals in den Medien berichtet.

In einer Trinkpause haben wir sie mal gezählt, das ging folgendermaßen: Jeder nahm eine Rebzeile als Fixpunkt und hat versucht, in 1 Min. die durchfliegenden Falter zu zählen, man kann es eigentlich nur schätzen, wir sind alle drei zusammen auf ca. 70 - 80 Falter gekommen. Da kommt eine ganze Menge zusammen, wir waren drei Stunden im Feld.

Die Böschungen blühen gerade so schön, da finden die Falter auch schnell Nahrung, wenn mal einer kurz rasten möchte.

Es herrscht an den Böschungen reges Treiben, so kurz auf einen Blick, fand ich dies prall gefüllte Spinnennetz mit all den kleinen Spinnen. Bei einer Berührung ans Netz, huschten sie alle auseinander, um nach kurzer Wartezeit schnell wieder zusammen zu finden.
Überlebungsstrategie, den Angreifer verwirren, der eben noch einen Punkt sah und zugreifen wollte, plötzlich nichts mehr erkennen kann.



Ein Nachmittag voller Überraschungen, wie ich finde.

Kommentare:

Aiko macht sich Gedanken hat gesagt…

Hallo liebe Edith,
ich freue mich sehr über die Grüße von Balou, der sich unter die fleissigen "Blenderinnen" gemischt hat.
Toll - Distelfalter - ich habe es nur hier in Deinem Blog gelesen. Was ist denn der Grund für diese starke Population? Verrückt - aber auch hier sehe ich viel mehr Falter wie letztes Jahr. Dabei war der Winter doch so lange und relativ hart.
Ein schönes Wochenende Dir und uns allen viele schöne und angenehme Sonnenstunden.
Wuff und LG
Aiko und sein Frauchen

Fuchsienrot hat gesagt…

Hallo Edith,
ich finde es sehr schön und spannend, dass du uns öfter mal Einblicke in die Arbeit im Weinberg gibst. Das ist ja oftmals ein knochenharter Job. Wer weiß das schon?
Genau so ein Spinnennest habe ich vor ein paar Tagen an einem Buchsbaum entdeckt und auch im Blog gezeigt. :-)
LG
Angelika

Frau G hat gesagt…

Wieviel Liter Wein erntet Ihr dann im kommenden Jahr davon?
LG und ein sonniges Wochende
wünscht Gaby

Brigitte hat gesagt…

Das wusste ich auch noch nicht, was es mit "Reben blenden" auf sich hat!
Im Garten heute - ca. 25 - 30 Distelfalter. Ich hatte zuvor noch nie einen in natura gesehen. Dank dir weiß ich nun auch, wie sie heißen.
Lieben Gruss, Brigitte

Barbara hat gesagt…

Liebe Edith, nun habe ich bei dir gerade einen neuen Ausdruck für eine vertraute Arbeit gelernt. Bei uns hatte diese Arbeit, die wir als Kinder nicht machen durften, keinen speziellen Namen (oder er ist mir entfallen....muss mal nachfragen ;-)). Jetzt ist wieder die Zeit wo die Helikopter ihren Spritzeinsatz haben....früher wurde dies alles von Hand gemacht. Ich habe auch Distelfalter im Garten entdeckt, dank dir weiss ich nun den Namen. Danke :-) !!
Liebe Grüsse, Barbara