Montag, 12. Januar 2009

Schnee von gestern

Ich zeige wirklich "Schnee von gestern", viel haben wir nicht mehr, deshalb muß der noch schnell gezeigt werden.

So schön leuchtete unser Fenchel mit dem Rauhreifzucker. Er sieht dann immer viel zarter aus, als er in Wirklichkeit ist.
Unsere Wurzen sahen nach einer sehr kalten Nacht -11° gestern am Morgen so aus:


Andere Schönheiten umgaben sich mit einem zarten Raureifrand, sehr ansprechend.

Nach dem Mittagessen machten wir eine wunderschöne Wanderung bei - 4°, es war sehr angenehm, weil die Sonne schien. Was es da so zu sehen gab, soll nun folgen.

Winzige Eiskristalle, die sich an Grashalmen festhielten.

Eine Natureistüte mit Natureis, ohne künstliche Farbstoffe und Zucker.
Als wir eine Höhe erklommen haben und in den Wald auf der anderen Seite des Weges schauten, bekamen wir einen Winterwald zu sehen.

Solche Kontraste gibt es sehr oft hier bei uns. Auf der Sonnenseite sieht man schon das Grün schimmern, auf der Schattenseite noch Winter. Das fasziniert mich immer wieder neu.

Ein Blick auf die Reben zeigt auch ganz deutlich, wo die guten Reblagen sind, nämlich dort wo der Schnee schon weg ist. Dort ist auch den Sommer durch fast den ganzen Tag die Sonne, also Spitzenlagen.
Einen Farbklecks soll es auch noch geben, Hagebutten machen sich immer gut.

Unser Weg führte uns am staatlichen Weinbauinstitut vorbei. Seit ein paar Jahren werden dort auch romantische Hochzeiten gefeiert. Dieser kleine Pavillion ist dann immer die Fotokulisse, gestern sah er so aus:

Noch hängen ein paar Dekorationsstreifen herum, ich muß dann unbedingt mal im Sommer dort vorbeischauen, da muß das herrlich sein. Ein klein wenig Aussicht habe ich von dort oben eingefangen, man meint, man ist in der Toskana.

Nein, nein, wir sind am Kaiserstuhl, vielleicht kann Barbara sich erinnern?? Wir gingen den gleichen Weg im Herbst.
Auf gleichem Gelände steht ein uralter Mandelbaum, von dem mein Mann glaubt, dass er schon zu Kaiser Wilhelms Zeiten dort gestanden haben muß.

Er trägt süße Mandeln, wir haben da mal vor ein paar Jahren eine Menge Mandeln geholt, weil niemand sie geerntet hat. Es gab dann zu Weihnachten Zimtsterne davon.
Gegen Abend hatten wir dann noch ein ganz außergewöhnliches Erlebnis. Eine Freundin hatte auf einem Apfelbaum, der nicht geerntet wurde, Seidenschwänze angetroffen. Sie leben normalerweise in der Taiga, kommen in extrem kalten Wintern auch zu uns, meistens in größeren Ansammlungen. Wir waren sehr beeindruckt von den wunderschönen Vögeln. Leider war es schon zu dunkel, außerdem taugt meine Kamera für solche Aufnahmen nichts, aber wer Interesse hat, schaut sich die Fotos meiner Freundin an. Ihr findet sie unter dem Link auf meiner Seite "Forum für Naturfragen" dort unter Seidenschwänze suchen.
Aber das war noch nicht alles, ein Waldohreulenpärchen hatte sie auch noch entdeckt. Sie saßen auf ihrem Schlafbaum direkt an der Straße auf einer Birke, auch davon gibt es bei ihr wunderbare Fotos, schaut nach "Waldohreule", wir hatten beide Vögel noch nie gesehen. Heute morgen besuchte ich nochmals den Schlafbaum der Eulen, dort saßen sie nicht, dafür aber in der großen Tanne direkt daneben in der warmen Morgensonne, ich habe mich richtig gefreut, sie scheinen standorttreu zu sein.
Zum Schluß will ich noch ein aktuelles Foto zeigen, nämlich "Eis von heute" auf einem Baggersee.

Kommentare:

Aiko macht sich Gedanken hat gesagt…

Hallo liebe Edith, ganz kurz einen lieben Besuch bei Dir. Derzeit ist der Terminkalender voll bis oben hin und ich versuche ganz langsam alles zu erledigen. Der Schnee ist über Nacht fast verschwunden, die Hügel sind wie nach einem Vulkanausbruch en masse plötzlich neu über den gesamten Garten verteilt. Der Hang gegenüber voll davon - diese Mullis haben Energie ohne Ende - aber sicher auch einen gut gefüllten Magen.
Von Deinen Fotos beeindruckt mich die Reblage und die "Eistüte" ;-))
Ist es nicht wunderbar, was sich für Naturwanderer wie Du - jeden Tag auf dieser schönen Erde zeigt?
Wie gut, dass wir immer wieder Deinen Spuren folgen dürfen.
LG
....und einen Krauler für Dich von Aiko

Brigitte hat gesagt…

Wir haben immer noch einigen Schnee und vor allem Eis liegen. Am besten gefällt mir dein Fenchelfoto. Mir ist auch bewusst, dass die Wurzen draußen bleiben sollen. Aber irgendwie tun sie mir immer leid, wenn es so kalt ist. Sehr schön, der Winter, aus deiner Sicht!
Nun möchte ich mir noch die Seidenschwänze ansehen. Das ist tatsächlich außergewöhnlich. Lieben Gruss, Brigitte

Wurzerl hat gesagt…

Liebe Edith, das hast Du wieder deine berühmte "Lupe" gezückt und unterwegs viele wunderbare kleine Natur-Kunstwerkchen gesehen, an denen viele achtlos vorbeigehen würden. Und wir brauchen nur Deinen Blog besuchen und schon dürfen wir mitstaunen und uns mitfreuen. Danke Dir!!
Liebe Grüße, auch an GG, vom
Wurzerl

Barbara hat gesagt…

Und ob ich mich erinnern kann, liebe Edith. Das stattliche Weingut mit dem italienischen Flair, der Weitblick über die Weinberge und natürlich wiederum Ediths genauer Blick auf winzige Details...ich hab's wiederum sehr genossen. Auf das Eiscornet habe ich aber gerne verzichtet, auch wenn es ohne künstliche Hilfsstoffe gemacht wurde...es ist mir momentan einfach zu kalt ;-) !!
Herzliche Grüsse, Barbara