Donnerstag, 22. Januar 2009

Genaueres zum Wespenspinnenkokon

Anne zeigte sich besorgt darüber, ob denn der Kokon der Wespenspinne auch warm genug für die Kleinen ist, er ist es. Dazu nun mehr für alle, die sich dafür interessieren.
Mit dem dünnen Mäntelchen braucht man sich keine Gedanken zu machen, der hält warm. So dünn ist der garnicht, denn das Gespinst besteht aus mehreren Schichten von verschiedenartigen Spinnfäden.


Zuerst spinnt die Spinne Fäden in Blätter oder Stängelgeflechte, um so die Stabilität des Kokons zu gewährleisten. Immer in Nähe des Fangnetzes geschieht dies und immer in der Nacht. Danach beginnt sie aus braunen, gekräuselten Fäden einen massiven, korkenähnlichen Gespinstpfropf zu weben. Auf seiner Unterseite hat er eine weiße Fadenschicht. Dahinein hinterläßt die Spinne nach einiger Zeit einen milchigen Flüsigkeitstropfen aus der Geschlechtsöffnung, nach und nach treten die leuchtend gelb gefärbten Eier dazu, so dass der weiße Tropfen immer mehr zu einer gelblichen Kugel anschwillt. Wenn er die Größe von 6-8 mm Durchmesser erreicht hat, wird diese etwas abgeflachte Kugel mit einer glatten, weißen Seidenschicht überzogen. Die Spinne wechselt die Fadenfarbe und arbeitet mit einem braunen Faden weiter. Nach einigen Stunden hat er dann die Größe erreicht, die ich auf meinen Fotos zeigte, etwa 3 cm. Abschließend werden auf die Aussenschicht noch lockere weiße Fäden eng übereinander gewebt, die beim Trocknen pergamentartig werden. Nochmals wechselt die Spinne die Fadenfarbe, um mit einem braunen Faden den Kokon zu vollenden. Ganz zum Schluß werden noch von oben nach unten verlaufene dunkelbraune Streifen aufgewoben, damit ist der Kokon perfekt getarnt. So gut verpackt können die Kleinen dem Winter trotzen, wenn er nicht vorher geöffnet wird. Da nicht aus allen Eiern kleine Spinnen schlüpfen, ist auch die Anzahl der Eier, einige hundert, verständlich. Zum Schluß noch ein Foto vom geplündertem Kokon.



So winzig überwintern die Kleinen im Kokon, er war aufgerissen, so konnte ich ein Foto machen, Qualität ist nicht super, aber man kann sich etwas drunter vorstellen.

Wer noch mehr über das Wespenspinnenleben lesen möchte, klickt einfach nochmal hier rein:
Der Beitrag lautet:"Meine Wespenspinnen" und ist im August 2008 nachzulesen.

Kommentare:

Susanna hat gesagt…

Schon wieder was gelernt. So genau habe ich mich mit dieser Materie noch nicht befasst. Ich hoffe die Wespennspinne bleiben dir im garten erhalten. Ich hätte auch gar nichts dagegen wen die eine oder andere in meinem garten auftauchen würde.

Corinna hat gesagt…

Irre. Bei uns sind Wespenspinnen eher selten, sodass ich bisher noch keine Kokons von diesen Tieren gesehen haben. Tolle Aufnahmen!

Astrantia im Garten hat gesagt…

Na gut, liebe Edith - ich sehe schon, Frau Wespenspinne ist eine kluge und fürsorgliche Mutter.
Aber weißt du auch, wie viele Minusgrade die Babys trotz ihres dicken "Panzers" vertragen?
Du siehst, ich mache mir doch echte Gedanken um die Kleinen. Aber wenn sie es bis jetzt geschafft haben, ist meine Sorge gewiss unbegründet.
Liebe Grüße Anne

Naturwanderer hat gesagt…

@ Anne, bei der Frage nach den Minusgraden muß ich leider passen. Ich kann es dir aber in ein paar Monaten sagen wenn ich die ersten Spinnchen sehe, einverstanden??
Lieber Gruß
von Edith

Barbara hat gesagt…

Aha, nun ist auch meine Frage aus dem letzten post beantwortet. Das sind ja wirklich fleissige Naturkünstler, diese Wespenspinnen. Toll hast du es erklärt, liebe Edith!
Einen schönen Tag wünsche ich dir!
Barbara

ella rastlos hat gesagt…

Wo du das bloß immer alles entdeckst.

Spinnen und Wespen mag ich ja nicht so. Ich habe eine Allergie.

Die Aufnahmen sind dir wieder gut gelungen.

Liebe Wochenendgrüße von ella.r.

Brigitte hat gesagt…

Ich war immer neugierig, wie das genau vor sich geht. So gut wie hier habe ich es noch nicht erklärt gelesen. Vielen Dank für diese schönen Bericht, Brigitte