Donnerstag, 25. Juni 2015

Sind Wildkräuter Unkraut?

Komische Frage, oder? Es kommt auf die Sichtweise des Einzelnen an, für mich sind es wichtige Pflanzen die eine besondere Rolle  im Ökosystem spielen. Darum möchte ich ein paar, aber wirklich nur ein paar Schönheiten vorstellen, für die es sich lohnt, einen zweiten Blick drauf zu werfen.






Ich bin vorhin mal ein wenig mit dem Rad unterwegs gewesen, um ganz aktuelle Fotos zu machen. Es ist Sommer, das Getreide ist schon fast ganz gelb. Stolz windet sich die Zaunwicke/Calystegia sepium an den Halmen des Weizens empor. Eine nette Unterbrechung fürs Auge, wie ich finde.

Zugegeben, wenn die Ackerwinde/Convolvulus arvensis in Massen auftritt, dann wird sie leicht zur Plage, auch im Garten. Aber bei genauerer Betrachtung eine Schönheit, wie man gleich sehen kann.

Sie ist Futterstelle für Federgeistchen, eine Mottenart und für den Windenschwärmer, Schmetterling.

Ein Bauer hatte ein ganzes Feld nur mit einer Wildblumenmischung gesät, es summte und schwirrte ohne Ende.




                                                    Ein kleiner Ausschnitt der Vielfalt.

An einem Ende des Ackers standen eine ganze Reihe der Wilden Karde/Dipsacus fullonum, hier eine  noch nicht ganz aufgeblühte Blüte. Sie blüht blau, d.h. sie hat einen Blütenkranz nur in der Mitte.

Davon blüht auch bei mir im Garten eine Menge, es ist das Scharfe Brufskraut/Erigeron acris. An den Rebböschungen findet man sie in Massen. Viele Tierchen besuchen sie, ich finde dort oft den Bienenkäfer, rot schwarz gestreift, ein von mir geschätzter Freund.

                      Manchmal sitzt er aber auch auf einer gelben Blüte, hier auf Hahnenfuss.



Unscheinbare Blüten zeigt die Zaunrübe/Bryonia dioica, auch sie ein Bienen und Hummelmagnet. Die Früchte sind rot und nicht zum Verzehr geeignet, deshalb ganz wichtig, den Kindern sagen, nicht essen.

Sehr hübsch, das Zottige Windenröschen/Epilobium hirsutum. Warum zottig fragt man sich, zottig ist es dann, wenn sich die Samenkapseln öffnen, dann sieht es ganz zottig aus, in diesem Zustand einfach attraktiv.

Sie ist ebenfalls eine Schönheit die Malve, auch in meinem Garten zu finden.


Weil sich auf all diesen gezeigten Pflanzen viele Tiere tummeln und ich sie gerne suche und fotografiere, gibt es in meinem Garten einige dieser Pflanzen. Darum enden meine Grtenrundgänge hier im Blog gerne mit ein paar Tierfotos, sie gehören einfach zu meinem Garten.


Wahrscheinlich würde diese Goldwespe nie in meinem Garten sein, wenn es nicht die entsprechenden Wildpflanzen gäbe. Darum würde ich dafür plädieren, nennen wir die "Unkräuter" einfach Wildkräuter, das klingt doch viel schöner.
Zum Abschluss noch ein Besucher auf einer Wildblume, das Thymian Widderchen/Zygaena purpuralis. Hier muß ich korrigieren, es ist das Beilfleck-Widderchen/Zygaena loti, äußerster roter Fleck beilförmig erweitert, das ist der  Unterschied zum Thymian-Widderchen.


Für alle diese hübschen Tiere lohnt es sich allemal auch im Garten ein paar Ecken wildern zu lassen. Ich finde immer Entspannung, wenn ich mit der Kamera am frühen Morgen im Garten auf der "Pirsch" bin, dann fühle ich mich wie auf meiner "Kleinen Ranch" und gehe gelassen in den Tag.
Vielleicht ist es mir ja sogar geglückt, eine Lanze für die Wildblumen zu brechen, eventuell seht ihr sie mit anderen Augen?







Kommentare:

Elke hat gesagt…

Ich benutze den Begriff "Wildkraut" auch immer öfter, aber im eigenen Garten können Schönheiten wie die Zaunwinde wirklich zur Plage werden. Bei uns wickeln sich die dünnen Stengel wirklich überall hinein, egal ob Bambus, Malven oder anderen Gehölze. Das ist dann schon Unkraut, das mich ärgert.
Liebe Grüße
Elke
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mainzauber.de

Soni hat gesagt…

Für mich ist das auch kein Unkraut, sondern sehr wichtige Pflanzen, aber leider wollen es viele als Unkraut ausrotten.

LG Soni

Edith Wenning hat gesagt…

Dein Post ist sehr interessant und hat mir gut gefallen. Zu gerne würde ich die Wildblumenwiese des netten Bauern sehen, der sie ausgesät hat. Ein unvergeßliches Erlebnis für mich sind die Wildblumenwiesen im Allgäu, an denen ich mich dort während eines Urlaubs gar nicht sattsehen konnte. Wunderschöne Fotos hast Du gemacht von den Tierchen, die auf den Wildkräutern herum krabbeln. Mach weiter so. Liebe Grüße Edith