Sonntag, 21. September 2008

Ein ganz besonderer Tag

Am Freitag war ein ganz besonderer Tag, warum wird mancher fragen, ich will es nun erzählen.
Oft schon hatte ich an dieser Stelle von Hohlwegen berichtet, von denen es noch einige hier am Kaiserstuhl gibt. Im Frühjahr in diesem Jahr war ich mal wieder mit einem befreundeten Biologen, seinen Kindern und ein paar Nachbarskindern unterwegs, um möglichst viel zu sehen und zu finden. In einer der Lößhöhlen machten sich die Kinder daran, ein wenig zu buddeln, um mögliche "Schätze" zu finden. Auf einmal ein Schrei:" Reinhold, schnell wir haben einen Knochen gefunden".
Tatsächlich, es war ein alter Mammutknochen, der noch fest im Löß steckte, also was Ausergewöhnliches. Reinhold, der Biologe, sagte den Kindern sie möchten mit dem Buddeln aufhören, sie haben wirklich einen Schatz gefunden und es sollte ihr Geheimnis bleiben. Denn er wollte das Archeologische Museum in Freiburg darüber informieren. Sie kamen auch, aber sie überließen den Ihringern ihren Fund, weil sie genügend Material über die Mammuts hatten. So beschlossen wir, wir werden ihn dann im Beisein von Presse und Rundfunk bergen, das war nun am Freitag.

("Klick und groß...)

Hier erklärt Reinhold gerade dem Rundfunkreporter die Stelle wo der Knochen noch tief im Löß liegt.

So sieht der aus, wieweit der nun im Löß liegt, welche Form er hat, alles noch ein Geheimnis.

Vorsichtig werden die ersten Hammerschläge getätigt, immer mehr kommt zum Vorschein, alle sind sehr gespannt.
Nach einer Weile durfte eine Mitarbeiterin aus dem Naturzentrum und ich, weiter machen.

Vorsichtig untersuche ich alle kleinen Stückchen, ob eventuell etwas Brauchbares darunter ist.
Nach ein paar Minuten hatten wir den Knochen heraus gelöst und übergaben ihn dem Biologen.

Der ihn ganz genau begutachtete, um eventuell heraus zu finden, zu welchem Körperteil man das Stück zuordnen kann.

So sieht es aus, unser Fundstück, es muß nun noch vorsichtig gereinigt werden, vermessen und dann kommt es ins Naturzentrum, wir haben da eine Ausstellung in Planung, es gibt noch ein paar mehr Funde.
Danach durften dann die Kinder sich auch noch mal als "Schatzsucher" versuchen.

An diesem Freitag stand aber noch etwas besonderes auf dem Programm, Smaragdeidechsen sollten "umgesiedelt" werden, ich schaute ganz ungläubig, wie das denn gehen sollte.
Ganz einfach sollte das sein, na gut, ich fuhr mit. Ein Winzer im Nachbarort wollte eine kleine Rebverschiebung vornehmen, da gerade an dieser Böschung viele Smaragdeidechsen leben, wollten wir möglichst viele Smaragdeidechsen fangen, um sie umzusiedeln. Eidechsen zu fangen ist ein schwieriges Unternehmen, erst muß man sie finden, zweitens muß man wissen wie man sie am besten fangen kann, aber der Biologe hat uns, mir und seinen Kindern, die Technik versucht beizubringen. Ihm gelang es dann, vier junge Eidechsen zu fangen. Bevor wir sie in ein anderes Revier brachten, setzte er sie auf einen Stein, wo sie erstaunlicherweise auch sitzen blieben.
Die älteren, ausgewachsenen Eidechsen ließen sich nur aus gebührender Entfernung fotografieren, wie dieses hübsche Exemplar.


Ich war auch froh um dieses Foto, denn eine kleine ungeschickte Bewegung und husch, fort war sie.

Kommentare:

sisah hat gesagt…

Du wohnst ganz offensichtlich in einer ganz besonderen Gegend Deutschlands...Smaragdeidechsen und Saurierknochen...wer hat das schon!
Was ist eine Rebverschiebung, Edith?
...fragt Sisah aus dem (fast) reblosen Norddeutschland!

Gudi hat gesagt…

Hallo!
Das war ein aufregendes und tolles Erlebnis für Erwachsene und Kinder. Unvergesslich bestimmt. Und wer weiß, eines Tages, wenn die Ausstellung fertig und eröffnet ist, werden sich alle noch einmal an die Ausgrabungen erinnern.
VLG Gudi

Aiko macht sich Gedanken hat gesagt…

Hallo liebe Edith, mein Wochenende war ja schon sehr aufregend und gefüllt mit tollen Erlebnissen, aber was Dir da widerfahren ist, grenzt für mich immer wieder an diese Einmaligkeiten des Lebens - Dinge, Situationen - Menschen - Tiere - Augenblicke, die sich nie mehr verlieren. Großartig und vielen Dank, dass Du wieder einmal Deine "Mitleserinnen" daran beteiligt hast - aber wenn ich so auf Aiko schaue - ihm nur das Wort Knochen vorspreche - egal ob hundert oder millionen Jahre alt - Hauptsache Knochen, dann fängt der doch glatt an zu sabbern - diese Monsterbacke.
LG
Aiko und das Frauchen Annemarie

Barbara hat gesagt…

Dann habt ihr ja noch einen weiteren Mammutknochen gefunden? Super! Du hast mir doch auch ein Stück in einer "verschlossenen" Höhle gezeigt und ich dachte zuerst noch, du wolltest mich auf den Arm nehmen. Ich bin am Vorbereiten des posts von unserem Spaziergang, aber die Namen der Wanzen und einer Art Wespe weiss ich nicht mehr (du wirst mir dann sicher den richtigen Namen geben). Wünsche dir einen guten Wochenstart und grüsse dich herzlich, Barbara

Naturwanderer hat gesagt…

Hallo ihr lieben Bloggerinnen,
tja, das war in der Tat ein toller Freitag, den ich nicht so schnell vergessen werde.Ab dem 26. Sept. soll dann schon die kleine Ausstellung gezeigt werden.
@ Sisah, zu deiner Frage, eine Rebverschiebung, also das muß man sich ganz einfach vorstellen, der Winzer möchte aus zwei oder drei kleineren Rebstücken eine größere Fläche erstellen. Dazu muß er mit einem Bagger die Rebstücke zusammen schieben, damit das Gelände auf einer Ebene ist.
@ Ja ja Aiko, diesmal waren die Knochen leider nicht für dich.
@ Barbara, ne ne, das war die gleiche Höhle, nur jetzt unverschlossen, damit wir besser ran kommen.Bei deinen Tierchen bin ich dir gerne behilflich, schließlich haben wir sie zusammen gesehen.
Euch allen eine gute Woche,
liebe Grüße
von Edith

Fuchsienrot hat gesagt…

Hallo Edith,
das ist ja wieder eine ganz tolle und spannende Geschichte! Ein phantastisches Erlebnis für alle Beteiligten und auch für uns.
Die Fotos von den Smaragdeidechsen sind wirklich spitze. Ich habe versucht, während unseres Moselurlaubs Eidechsen zu fotografieren, was mir aber leider nicht gut gelungen ist. Die waren so schnell, dass ich sie oft nur zum Teil auf den Fotos hatte.
LG
Angelika

Astrantia im Garten hat gesagt…

Liebe Edith,
ich beglückwünsche zu deinen vielen "besonderen" Tage draußen in der Natur. Wer sich so für sie interessiert, dem bleibt sie nicht verschlossen.
Ich bin mir sicher, du wirst noch viele kleine Wunder in deiner Umgebung finden. Unvorstellbar spannend, sich auszumalen, wie sie wohl vor 10.000 Jahren und mehr ausgesehen haben mag.
Liebe Grüße Astrantia

Melanie hat gesagt…

Wow. Das muss ein tolles Erlebnis und Gefühl gewesen sein, Archäologe zu sein. Das wird Euch bestimmt immer in Erinnerung bleiben!
LG
Mel