Dienstag, 6. Juli 2010

Delta, Begegnung mit einer besonderen Wespe

Zur Zeit wagt man sich ja erst dann raus, wenn sich der Abendhimmel zeigt, wenn ein leichtes Wölckchen am Himmel steht.

Wenn die Schwalben auf den Drähten sitzen und die kühle Abendluft geniessen und dabei noch den Tag Revue passieren lassen.


Ich beginne dann mit der Gießerei, beginnend vorne mit den Blumen. Während einer kurzen Pause sah ich etwas Graues an der Hauswand unserer Nachbarin unterhalb der Fensterbank:


Diesen wunderschönen Kokon, das habe ich sofort erkannt. Es dauerte auch nicht lange, da kam die Erbauerin, sie hatte eine grüne Raupe, die sie in die Öffnung schob. Es war mein Pech, ich hatte meine Kamera ausnahmsweise nicht dabei, ich holte sie schnell, als ich kam war sie fort und ich konnte nur den schönen Kokon fotografieren. Könnt ihr nun verstehen, dass eine Naturwanderin immer ihre Kamera dabei haben muß??
Ich hatte mir vorgenommen, da bleibste dran, nur für diesen Abend war die Vorstellung vorbei.
Am anderen Tag, fast zur gleichen Uhrzeit, ging ich wieder nachschauen, ich traute meinen Augen nicht, sie hatte fleißig gearbeitet. Einen zweiten Kokon drangehängt und diesmal hatte ich die Kamera dabei.

Ich blieb stehen in der Hoffnung, dass ich sie nun wieder antreffen würde. Tatsächlich, sie kam mit Baumaterial zwischen den Klauen.


Fast vergass ich das Atmen vor lauter Aufregung, denn ich wollte unbedingt Fotos von der Erbauerin haben.


Ich hielt sie für eine Pillenwespe, weil ich es aber ganau wissen wollte, stellte ich meine Fotos ins
Forum für Naturfragen "nafoku.de/forum" und erhielt folgende Erklärung, ich zitiere:

Das ist eine Delta unguiculatus - leicht kenntlich an der Größe und der z.T. rotbraunen Färbung -, die mit den eigentlichen Pillenwespen (Gattung Eumenes) nah verwandt ist. Delta kommt fast nur in Siedlungen vor. Das liegt zum einen daran, dass die Nester fast nur an regengeschützten Mauern angebracht werden, zum anderen an dem hohen Wärmebedürfnis der hauptsächlich im Mittelmeerraum verbreiteten Art. Delta ist eine Gewinnerin des Klimawandels, denn seit etwa 20 Jahren breitet sich die zuvor in Deutschland sehr seltene Art stark aus und kommt zumindest in den Tieflagen jetzt wohl in jedem Dorf vor.Ein Fachmann gab fachmännische Antwort, die ich gerne weiterleiten möchte.

Das war Tag zwei der Beobachtung, gestern Tag drei also, sah das Ganze so aus:


Man muß das Foto schon anklicken, das sollte man bei meinen Fotos eigentlich immer machen, da sieht man , sie hat wieder was drangebaut.
Sie kam natürlich auch, ich bin ja drauf erpicht, sie mit einer Raupe zu erwischen, doch leider, leider noch nicht. Sie baute eifrig weiter, ohne sich an mich und einer Freundin, die ebenfalls Fotos gemacht hatte, zu stören:

Eine fleißige Wespe mit einem schlanken Hinterteil. Was glaubt ihr wohl, was ich heute Abend mache??? Natürlich, ich beobachte sie wieder, vielleicht heute mit Raupe??

Kommentare:

Naturwanderer hat gesagt…

Klappts bei euch auch nicht mit dem Kommentieren?
Bin fast am Verzweifeln.
Gruß
von Edith

Naturwanderer hat gesagt…

Da es bei mir z.Zt. mit dem Freischalten nicht klappt, versuche ich es auf diesem Wege mit den Kommentaren.

Hallo,
das ist ja wirklich eine ganz interessante Beobachtung, die du gemacht
hast. Dieses Gehäuse (ist es aus Erde/Ton=) sieht ja schon den üblichen
Wespennestern ähnlich, aber doch wieder ganz anders. Ist es nicht
aszinierend, mit welchem Elan diese Tiere ihre Bestimmung vollziehen?
Das war eine tolle Bildergeschichte. Vielen Dank fürs Erzählen.
Schöne Grüße, Johanna

Naturwanderer hat gesagt…

Kommentar von Brigitte:


Ich fand das jetzt richtig spannend, wie einen Krimi! Das sieht man
auch nicht alle Tage.

Lieben Gruss, Brigitte

frieda hat gesagt…

Hallo Edith,
da sind dir aber (wiedermal) gute Bilder geglückt! Eine Wespe zu fotografieren ist irgendwie gar nciht so einfach, weil die ständig am Bewegen sind.
Und dann noch so eine seltene Vertreterin...

(Huch - Kommentarfunktion spinnt, les ich gerade in den anderen Kommentaren? Na, egal, ich versuch's einfach mal...)

Grüssle, frieda

Silas hat gesagt…

Wuff Edith,
Frauchen trägt auch immer eine Kamera mit sich herum - und vergisst sie dennoch, wenn es wichtig ist.
Die Fotos sind echt klasse, auch wenn ich vor dem Deltadingsbums eher Angst habe und keine Begegnung mit ihr wünsche.
LG Silas