Dienstag, 14. September 2010

Naturwanderin wieder daheim

Diesmal haben wir eine Woche etwas für unsere Gesundheit getan, wir waren in Bad Soden, ein idyllisches Örtchen eingebettet in den Spessart, Nähe Vogelsberg.

Eine interessante Geschichte über die Bad Sodener Frauen haben wir da in Erfahrung gebracht. Da steht so eine der tapferen Frauen, die Geschichte dazu ist folgende:

Wieder einmal ist Bad Soden im Krieg umlagert gewesen, die Männer der Frauen waren alle im Feld bei der Arbeit und nur die Frauen und Kinder waren sicher hinter der Stadtmauer. Die Feinde wollten die Gunst der Stunde nutzen, um sie einzunehmen. Da kamen den cleveren Frauen eine grandiose Idee wie sie sich selbst verteidigen könnten.
Schnell holten sie alle Bienenkörbe auf die Stadtmauer und auf "los" ließen sie die Bienenvölker frei, diese stürzten sich auf die Angreifer, von Bienen geplagt und gestochen verließen sie eiligst den Ort und kamen nie wieder. In Bad Soden hatte fast jeder Bürger Bienen, im geschilderten Fall auch als Rettung zu gebrauchen. Da hat man dann den Frauen ein Denkmal gesetzt und wie ich finde, ein sehr schönes.

Auch hier im Spessart zeigte sich schon überall der Herbst, die Herbstzeitlosen blühten schon.

Einige Blätter färbten sich schon in den schönsten Farben. Auf dem Weg in den Ort stand ein Mehlbeerbaum, der seine leuchtend roten Beeren in den Himmel streckte.

Man sieht ihn nicht mehr so oft wie in früheren Zeiten, als man ihn noch zu nutzen wußte. Weil die Beeren einen hohen Vitamin-, Zucker-und Pektingehalt haben, wurden sie als wertvolles Obst sehr geschätzt. Man nahm sie in getrocknetem Zustand als Rosinenersatz im weihnachtlichen Früchtebrot.
Einen Spaziergang in den nahegelegnen Wildpark stand auch auf dem Programm. Man konnte dort mitten durch die grasenden oder ruhenden Damhirsche gehen, was mich sehr beeindruckte.
Beeindruckt schien auch der "Grand Rex" wie mein Mann diesen hier nannte.


Ich hatte schon ein mulmiges Gefühl, aber er stand majestätisch inmitten seiner Damen und dem Nachwuchs und hatte alles im Blick, auch uns.

Zuerst sah ich dieses Schild am Baum:

Das klang für mich so lustig, Muffel, wer ist das???

Da waren sie dann, die Muffel, ich fand sie garnicht so muffelig, sie starrten uns eben so neugierig an, wie wir sie.

Wer Spessart hört, denkt vielleicht auch an das "Wirtshaus im Spessart", der Kultfilm mit Lilo Pulver. Das Schloß, in dem der Film gedreht wurde, lag in der Nähe von Bad Soden und so ist ein Besuch schon fast Pflicht, wir waren dort. Es ist ein wunderschönes Wasserschloß:

Von Räubern keine Spur und alles tip top in Schuß, es wird sogar bewohnt.
Sogar die Vögel leben ohne Angst im Schloßgarten und wirken direkt zutraulich.


Bei einer Radtour zur Kinzigtalsperre flog mir ein Bläuling vor die Linse, den ich bisher noch nicht fotografiert hatte, ein Faulbaumbläuling/Celstrina argiolus.

Es blieb natürlich nicht nur bei dem Bläuling als Ausbeute der Radtour, kleine Zikaden entdeckte ich dann auch noch, es waren Zwergzikaden/Cicadella viridis.

Hier schaut sie ganz groß in das Kameraauge, so ein großes Auge hatte sie noch nie gesehen, drehte sich um und verschwand, um oben auf dem Blatt wieder zu erscheinen. Das nutzte ich, um auch den Rest des Körpers zu fotografieren.

Bei der Weiterfahrt rannte etwas sehr Haariges über den Weg, dies hier:


Es ist die Raupe vom Brombeerspinner/Macrothylacia rubi.
Wir hatten sie schnell mit einem Grashalm vom Weg ins Gras gelegt, aber das gefiel ihr nicht, sie schmollte und rollte sich zusammen. Auch so ist sie beeindruckend, sie ist ca. 7cm lang und ungefähr so dick wie mein kleiner Finger, naja, wie Frauenfinger nun mal sind.

Natürlich sind wir auch tüchtig massiert und mit Fangos zudeckt worden, haben unter und über Wasser Gymnastik gemacht, fein gegessen, gute Musik genossen und immer wieder war ich mit der Kamera unterwegs, es war eine rundum" gesunde" Woche und so hieß sie auch"Gesundheitswoche", angeboten von einem örtlichen Reiseveranstalter.

Kommentare:

Margit hat gesagt…

Liebe Edith, das klingt nach einer rundum schönen Woche! Würde mir jetzt auch gefallen;-)
Hab letztes Wochenende an dich gedacht, als ich sinnierend vor einer großen Raupe im Moor stand. Du hättest sicher sofort gewusst, was für ein Falter aus ihr werden wird, ich musste erst mal lange recherchieren.
Ich hoffe, du kannst ein bisschen was vom entspannten Urlaubsgefühl mit in den Alltag nehmen,
liebe Grüße, Margit

Elke hat gesagt…

Hach! - da bist du ja wieder und hast gleich jede Menge schöner Bilder mitgebracht. Gut dass du bei Bad Soden den Spessart erwähnt hast, sonst hätte ich dich in direkter Nachbarschaft von mir gesucht. Wir kennen "dein" Bad Soden nur als Bad Soden-Salmünster im Gegensatz zu unserem Bad Soden ohne Zusatz. Ich hoffe, du hast dich gut erholt und zeigst uns in den nächsten Tagen noch mehr schöne Fotos.
Lieben Gruß
Elke

Naturwanderer hat gesagt…

@ Elke, es heißt auch Bad Soden-Salmünster. Die beiden Ortschaften gehören zusammen und wir sind gleich nach unserer Ankunft nach Salmünster gelaufen, ca. 2km bequem zu schlendern.
Liebe Grüße
von Edith

Herz-und-Leben hat gesagt…

Das laß ich mir gefallen, liebe Edith! Ich fahre ja im Nov. auch noch auf Kur.
Die Herbstzeitlosen sind prächtig. Ich habe sie bei uns auch schon blühen gesehen. Und das Laub färbt sich mehr und mehr ...

Mehlbeerbaum - das ist sicher der Weißdorn? Ich habe daraus Likör angesetzt. Für andere Zwecke will ich es auch mal veruschen, wenn ich dazu komme. Vielleicht auch trocknen. Nur mit dem Schimmeln ist es halt so eine Sache. Bei uns wächst aber zum Glück noch sehr viel davon und die Vögel verbreiten ihn wohl auch.

Süß, die Tierchen alle ... da hast Du ja wieder viel Schönes gesehen und erlebt.

Liebe Grüße zum WE
Sara

Naturwanderer hat gesagt…

@ Sara, nein, das ist nicht der Weißdornbaum, es ist der Mehlbeerbaum. Der hat nämlich größere Beeren und ist sehr mehlig, daher auch der Name. Die Blätter sind ebenfalls anders als die des Weißdorns. Dies nur zur Info, ich glaube, Likör kann man davon wohl nicht machen.
Lieber Gruß
von Edith

Herz-und-Leben hat gesagt…

Ah so liebe Edith. Da habe ich viel Widersprüchliches gelesen - nämlich, daß der Weißdorn auch Mehlbeere oder Mehlbeerbaum genannt wird. Die Blätter konnt ich auf Deinem Foto leider nicht gut erkennen. Nun werde ich danach mal googeln. Lieben Dank und lieben Gruß
Sara

frieda hat gesagt…

Hallo, liebe Edith!
Na, da biste ja wieder daheim :-)

Hab letztens schon deine Geschichte von der schlauen Frau mit den Bienenkörben gelesen! Jetzt lass ich dir noch einen Gruss hier - bin letztens gar nicht dazu gekommen - schon halb eingenickt, kurz vor dem Schlafengehen - noch mit letzter Kraft die Buchstaben durch die Augenlider gesaugt - dann beinahe mit dem Kopf auf die Tastatur aufgeschlagen - gerade noch geschafft und richtung Matratze geschleppt.....
*hihi*
Ja, ja, auch kurz vor dem Schlafengehen muss man ja "schnell nochmal gucken" - man könnte ja eine Mail oder sonstiges verpassen *ggg*

Schöne Bilder hast du mitgebracht,
gute Nacht wünscht frieda

Babara hat gesagt…

Wie schön für euch, dass ihr eine rundum gute Erholungswoche gehabt habt und etwas für eure Gesundheit tun konntet. Dass du zwischen Fango, Massage und Baden auch auf naturkundliche Entdeckungen gehst, war ja eigentlich fast voraussehbar ;-) !! Und du bist ja auch fündig geworden....Tolle Aufnahmen und dazugehörige Informationen bringst du heim. Herzlichen Dank, liebe Edith!
Möge die Kur bei euch noch recht lange nachwirken!
Liebe Grüsse,
Barbara

Kalli hat gesagt…

ein schöner Bericht und tolle Aufnahmen, danke für Deinen lieben Kommentar auf meinem Blog......durch unsere Hunde und die damit verbundenen Spaziergänge kann ich auch viel Naturschauspiel erleben, leider hab ich díe Cam nicht immer dabei...

Frau G hat gesagt…

Das ist ja eine tolle Geschichte mit den Frauen und ihren Bienenkörben, so kann man eine Schlacht auch gewinnen :)
Hoffentlich könnt ihr von der Gesundheitswoche noch längere Zeit zehen.
Hab eine schöne Woche, LG von Gaby

Aiko macht sich Gedanken hat gesagt…

Hallo liebe Edith, Du bist also erholt zurück und das mit interessanten Geschichten und Fotos im Gepäck. Es ist nicht immer einfach für mich - hinter all´diese Geschichten zu steigen, ich muss halt immer herumschnüffeln und mich bedanken und dann auf´s Neue wieder total ins Schwärmen kommen. Bei Dir ist das wirklich alles angebracht. Was hab´ich schon für wundervolle Wesen, Pflanzen und auch einfache Dinge bei Dir zum aller ersten Mal gesehn und davon einige sogar jetzt in der Zwischenzeit selber "entdeckt". Die Natur, überhaupt alles, was Dir vor die Linse kommt, macht mir und meinem Frauchen einfach nur Freude, Du hast uns sozusagen immer mit im Gepäck.....und für die guten Wünsche bedanken wir uns mal ganz artig bei Dir.
Die Geschichte mit den Bienenkörben - na - das sollten wir uns noch einmal überlegen.....es gäbe genug Schauplätze, wo´s funktionieren
könnte...;-))
Kluge Frauen.....sterben hoffentlich nie aus!

Wuff und LG
Aiko