Dienstag, 8. Januar 2008

Bevor ich auf Achse gehe....

.... muß ich genau überlegen, was ich alles mit nehmen muß. Ich habe mir zu diesem Zweck eine Checkliste erstellt, damit es bei den Führungen keine Pannen gibt.
In meinen Rucksack kommt folgendes hinein:

Vulkansteine, damit die Leute, die Kinder gleich etwas in den Händen haben können. Denn sie sollen mit allen Sinnen die Wildkräuterwanderung erleben. Dazu gehört eben auch, worauf die Pflanzen wachsen.

Löss liegt genug in den Hohlwegen, aber die "Lösskindel" sprich der versteinerte Löss, den findet man nicht sofort, daher muß man ihn dabei haben.


Um festzustellen, was denn weicher ist, Löss oder Mehl, brauche ich auch Mehl um es zu beweisen, Löss ist viel weicher. Also Mehl in die Dose und in den Rucksack damit.



Natürlich kommt noch ein Deckel drauf. Bin ich in einer Hohlgasse, dann macht jeder den Fingertest, in einer Hand ein wenig Löss, in der anderen Hand Mehl, langsam verreiben und da spürt man dann den Unterschied. Ich nehme dann noch eine kräftige Hand Löss, drücke es ein wenig zusammen und lasse es langsam, möglichst im Gegenlicht, durch die Finger gleiten. Das gleiche mit Mehl, da wird dann der Unterschied nochmals deutlich. Mehl fällt plump zur Erde ( daher: Der fällt wie ein Mehlsack) der Löss sieht aus wie Nebel, der langsam zur Erde fällt, Experiment geglückt, wenn alle ohhh sagen.



Ne ne, das ist kein Stärkungsmittel für mich, das ist "Zauberwasser", hiermit kann ich nochmal unter Beweis stellen, dass der Löss sehr kalkhaltig ist. Es ist schlicht und ergreifend Kloreiniger, der ja bekanntlich Kalk entfernt, bei dieser Vorführung eben den Kalk aufschäumt. Bei Kindern zieht "Zauberwasser" sehr.

Selbstverständlich darf die Lupendose nicht fehlen, damit man auch die Feinheiten zeigen kann, als da sind: Häärchen an den Stängeln, Punkte und Streifen in den Blüten, mit ihr lässt es sich deutlicher machen.



Wenn ich mit Kindern gehe, dann darf die "Hummel Herta" nicht fehlen. Sie ist sehr vorlaut und erzählt den Kinder tolle Naturerlebnisse.

Zum Beispiel diese Geschichte, wo sie fast von einem Bienenfresser erwischt wurde und sie sich mit knapper Not noch in die Erde verkriechen konnte, aufregend genug für kleine Zuhörer.
Bei der Gelegneheit zeige ich dann noch ein Foto von einem Bienenfresser, es ist einer unserer
schönsten Vögel hier am Kaiserstuhl.


Eine Dose mit Kaisertuhlschnecken gehört auch mit zur Grundausrüstung. Darin befinden sich die typischen wärmeliebenden Turmschnecken und die Heideschnecken. Weinbergschnecken finden wir meistens genügend an den Böschungen. Leere Schneckenhäuser dürfen die Kinder mitnehmen, bewohnte müssen sie am Platz lassen. Wenn ich ihnen erkläre, dass die Schnecken eben genau hier wohnen und dort auch ihre Freunde haben usw. leuchtet das den Kleinen ein und sie befolgen gerne die Anweisung.


Zeige ich dieses Glas mit dem Inhalt, dann sind viele erschrocken, nicht nur die Kinder. Manche fragen dann:" Sind die echt?? Sind die tot??" Es sind Hirschkäfer und eine unserer größten Käferarten. Sie machen schon Eindruck, das muß ich bestätigen. Bei einer Radtour fand ich sie, alle Weichteile sauber ausgenagt von einem Vogel, nur die harte Schale blieb übrig.
Nach ca. zwei Stunden intensiver Erkundigungen gehen wir als Abschluß in unser Naturzentrum, wo ich einen kleinen Imbiss vorbereitet habe, aber dazu im nächsten Bericht.

Montag, 7. Januar 2008

Ein Bilderbuch Frühlingstag


Wir hatten heute einen wirklichen Bilderbuchtag, sehr ideale Lichtverhältnisse, warm (11°) da mußte ich einfach raus.
Ich habe mich fürs Rad entschieden, denn ich wollte mir einige Dinge aus dem Wald suchen, die ich für eine kleine Demonstration benötige.


Ich fuhr Richtung Tuniberg, beim Zurückschauen gab es diese herrlichen stimmungsvollen Blicke auf Ihringen und den Kaiserstuhl.


Mal ein wenig ins Gegenlicht geschwenkt, man könnte da zig Fotos machen aber ich wollte ja noch weiter.

Auf einem Reiterhof stand zufällig ein Pferd im Gegenlicht, ich finde das Umspielen der Mähne und dem zarten Flaum am Kinn so beeindruckend.


Es stand so friedlich da und genoss auch die Sonne. Ich fuhr dann in den Wald zu einem Holzplatz, den ich oft besuche, da gibt es immer viel zu sehen.

Da ich ich ja viel mit Kindern in die Natur gehe, muß ich mir immer etwas ausdenken, etwas Kreatives für die Kinder zum Basteln.
Als ich das viele Abfallholz sah, da kam plötzlich der Spieltrieb in mir durch, das kam dabei heraus:

Ein Fantasiewesen, ein Vogel vielleicht, oder was ganz anderes. Kinder haben da Ideen, sie brauchen nur einen Anreiz, dann geht es los. Ich mag gerne solche Aufgabenstellungen, wobei man keine Hilfsmittel braucht, sondern mit dem, was man findet, etwas bastelt.

Ja, weil ich denn so schön dran war, gings auch gleich weiter. Auf der Rückfahrt machte ich an einem kleinen Biotop halt. Das lange Gras inspirierte mich zu dieser Kreation:

Dafür habe ich dann doch eine kleine Hilfestellung benötigt, eine Rebschere, um ein wenig die Länge der Grashalme zu kürzen.
Ich glaube, bei Kindern werden solche Spielereien auf fruchtbaren Boden fallen, ich freue mich schon darauf. Wenn es dann noch kleine Preise gibt, dann ist die Spielfreude entfacht, so hätte ich es gerne.

Da sich die Sonne dran machte, hinter den Vogesen zu verschwinden, machte ich mich dann auch flugs auf den Heimweg, vorbei an diesem goldleuchtenden Walnußbaum.

Freitag, 4. Januar 2008

Erste kleinere Radtour 2008


Gerade wollte ich in die Garage mein Rad holen, da kam Lucie. Sie ist die Nachbarskatze, sie besucht uns regelmäßig. Heute nun wünschte sie mir noch ein gutes 2008. Ja, ja sie muß sich schon mit uns gut stellen, sie benutzt unseren Garten als Toilette, aber kann man diesen Augen etwas verweigern???


Ich wußte noch nicht so genau wohin ich fahren wollte. Dann fuhr ich Richtung Rhein, da gibt es immer Motive.

Ich nenne es mit der Kamera malen, diese Wolken, diese Farben faszinieren mich immer wieder.
Eine Weile fuhr ich am Rhein entlang, dann entschloß ich mich, wieder die Richtung zum Kaiserstuhl zu nehmen. Es wurde auch immer kälter, ich bekam kalte Füße, da wuchs die Sehnsucht nach einem heißen Tee.



Als ich bei ihnen anhielt, kamen sie alle angelaufen, sie erhofften wohl Futter, aber ich mußte sie enttäuschen ich hatte nichts. Ausserdem füttere ich keine Tiere in der freien Wildbahn, die Halter haben das nicht so gerne. Es gibt Leute, die geben den Tieren faules Obst und schimmeliges Brot, das bekommt ihnen nicht. Die Bitte, den Tieren nichts zu geben, wird einfach ignoriert, schade, es hat schon Todesfälle deswegen gegeben. Was mir auffiel, es gab ein schwarzes Lämmchen, die Frage an Chrissi, kommen die Lämmer nicht erst im Frühjahr auf die Welt??

Bei aller winterlichen Stimmung sieht man auch, der Frühling trifft erste Vorbereitungen.
Dieser Ahornsamen hat schon feste Position eingenommen, wenns dann richtig warm wird, wird er sich öffnen und ein neues Bäumchen entwickelt sich.




Ein Stückchen weiter lag diese gedeckelte Schnecke, noch träumend von wärmeren Zeiten. Ich habe sie ein wenig zugedeckt, man weiß ja nie, was der Winter noch so drauf hat.

Dienstag, 1. Januar 2008

Es ist da...


....das neue Jahr. So hatte es heute morgen ganz vorsichtig Blickkontakt mit mir aufgenommen :
(Bilder wie immer, durch anklicken größer)

Reben, nichts als Reben gab es da zu sehen, aber dann der Blick auf Ihringen und das neue Jahr trat ein, vorsichtig schauend durch die Halme.





Auch wir machten uns auf zu einem Spaziergang durch die Reben, um das neue Jahr zu begrüßen.

Immer noch hängen Trauben an den Stöcken und immer noch schmecken sie gut und süss.


Vielleicht denkt ihr, na na, sie zeigt uns doch nicht etwa immer die gleichen Trauben??? Nee, nee, es sind andere. Das es immer noch Trauben gibt, hat folgenden Grund: Die Reben haben oftmals, eigentlich immer, sogenannte Seitentriebe die man normalerweise alle im noch grünem Zustand ausgeizen sollte. Da kann es sein, dass mal der eine oder andere Trieb dranbleibt, sich gut entwickelt und auch Trauben trägt. Das folgende Foto zeigt es sehr schön:



Rechts im Bild ist die Stammrute, dort wo die Traube hängt, das ist der Seitentrieb gewesen, der eigentlich rausgebrochen sein sollte. Da im letzten Jahr (2007) die Weinlese sehr früh war, war diese Traube noch grün und nicht zum Ernten geeignet. Günstige Wetterbedingungen erlaubten es ihr, noch richtig reif zu werden um uns zu ergötzen, ist das nicht toll??


Natürlich habe ich Ausschau nach Farbtupfern gehalten, es war doch noch immer dunstig. Dieses Pfaffenhütchen haben die Vögel wohl noch nicht gefunden, es lachte mich richtig an.



Aber weiter unten im Tal, da zeigte der Winter nochmal, dass er immer noch nicht bereit ist, das Feld zu räumen. Das Auffangbecken hatte eine richtig dicke Eisschicht.

Das war unser erster Neujahrsspaziergang.