Am Samstag habe ich mit einer Freundin, ebenfalls eine begeisterte Naturfotografin, mal wieder einen Spaziergang im Lilienhofgelände gemacht. Da das Wetter nicht so sehr sauber aussah, wählten wir den Weg durch die Birkenansammlung.

Man kann von dort sehr rasch den Rückzug antreten oder auch gegebenenfalls den Weg erweitern.
Auf dem Weg dorthin umflogen uns einige Schmetterlinge, ein etwas seltenes Exemplar im Lilienhofgelände war der "Blauäugige Waldportier/Minois dryas".
So steht es bei mir im Schmetterlingsbuch, in anderen Büchern wird er auch als "Blaukernauge" oder "Moorteufel" genannt, lateinisch aber immer wie oben beschrieben.Als nächsten Flieger gab es einen Zünsler, nehme ich mal an, habe noch nicht recherchiert, hier sein Bild:
Unweit vom Bienenhotel trieb sich eine Goldwespe herum, sie spionierte wohl wieder eine Eiablagemöglichkeit aus.
Im Birkenwäldchen angekommen, sahen wir unter den Birken eine Menge Pilze.
Von dieser Art war teilweise der Boden dicht besiedelt. Da wir beide keine Pilzkenner sind, kann ich keine Namen liefern, vielleicht kennt sie jemand? Meine Vermutung geht so in Richtung Täubling???
Dieser hat Ähnlichkeit mit einem Bart, in meinem Pilzbuch fand ich einen ähnlichen mit dem Namen "Bleicher Ziegenbart", auch da keine Gewähr.

Bei dem glaubte ich zuerst an einen Parasol, aber die Hutzeichnung hat mich irritiert.
Einen Parasol, auch Riesenschirmling/Macrolepiota procerea genannt, fanden wir dann doch noch:

Da stimmte es dann mit der Hutzeichnung, fetzige braune Flecken, Schirmdurchmesser 20 cm, das hätte schon eine ordentliche Mahlzeit gegeben.
Überall drückten die Pilze ihre Köpfchen ans Licht, hier noch ein Unbekannter.
Wir haben alle stehen gelassen, erstens ist es Naturschutzgelände und zweitens sind wir keine Pilzkenner, lieber die Finger davon lassen.Viele Birkenarten sind dort angepflanzt, mit den verschiedensten Rindenfarben.
Dünn wie Papier hingen Fetzen vom Baum herunter und zeigten die wunderschöne Maserung von innen.Aussen am Stamm liefen geschäftig Ameisen hin und her, sie hatten wohl eine Blattlauskolonie entdeckt.
Ein Eigelege von Schmetterlingen fand ich dann auch noch an einer Birke:
Welcher Falter sich da wohl mal in die Lüfte schwingen wird?
An der Wetterseite der Bäume wachsen immer so schöne Flechten, sie sind immer eine gute Orientierung, weil sie nach Westen ausgerichtet sind.

Was schlich denn am Fuß der Birke so flink durch das Laub?

Eine Zauneidechse war es, sie mußte sich wohl gerade frisch gehäutet haben. Am rechten Vorderfuß sieht man noch alte Hautfetzen.
Wenn der Blick schon intensiv auf die Erde gerichtet ist, dann schaut man noch genauer hin, da war doch noch was?
Ein Totengräber/Necrophorus vespillo, er hat eine wichtige Funktion in der Natur. Er kümmert sich um tote Tiere. Sobald das Männchen eine kleine Tierleiche gefunden hat, lockt er mit erhobenem Hinterleib und abgegebe Duftstoffe ein Weibchen an. Nach der Paarung wird das Aas durch Untergraben im Boden versenkt und in einer Erdkammer zu einer Kugel geformt. Anschließend erfolgt die Eiablage in einem von der Kammer abgehenden Seitengang. Nach dem Schlüpfen wandern die Larven zur Aaskugel, wo die Mutter schon auf sie wartet, es erfolgt eine Fütterung von Mund zu Mund, bis die Larven selbstständig fressen können. Ich fand den Vorgang so faszinierend, den mußte ich dazu schreiben.Auch einige Waldmistkäfer konnten wir entdecken.

Sie haben ebenfalls eine wichtige Aufgabe zur Gesunderhaltung des Waldes zu tun, sie beschäftigen sich mit, na womit wohl, mit Mist, wie ihr Name schon sagt.
Das war wieder mal eine Tour nach meinem Geschmack, es gab natürlich noch viel mehr zu sehen, das fürs nächste Mal.

































